Infotag „RUND UMS ÄLTERWERDEN“

Grußworte

Das Programm für uns…

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Dr. Thomas Biundo    
Chefarzt der Geriatrischen Klinik St. Irminen

Erfolgreich altern…

Wenn eine Veranstaltung den Titel „RUND UMS ÄLTERWERDEN“ trägt, verstehe ich als Altersmediziner das als Appell, anzuregen, wie Altern gestaltet werden kann und wie wir Ältere, ich bin Jahrgang 1961, positiv in die Zukunft gehen können.
In diesen Zusammenhang gehört aber auch die Erfahrung, dass Älterwerden dazu führt, über sein Leben nachzudenken und Bilanz zu ziehen.
Reinhold Messner, den wir als Extrembergsteiger kennen, hat uns das vor wenigen Wochen vor Augen geführt. Auf Instagram schrieb er, er komme an sein Ende und er gehe mit reinem Gewissen… Die Sorge der Fans, er habe nicht mehr lange zu leben, beruhigte er: Kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag wisse er, sein letztes Jahrzehnt werde anbrechen, aber er habe noch Pläne für die Zukunft.
In diesem Sinne ziehen wir alle wohl irgendwann Bilanz, früher oder später, doch ich glaube, der Zeitpunkt kommt für jeden. Und dann stellt sich die Frage, wie habe ich das „Älterwerden“ gestaltet. Oder mit anderen Worten, war mein Altern erfolgreich?
Diesen Begriff haben uns die Alternsforscher Margret Baltes und Paul Baltes nahegebracht. Eine ihrer Erkenntnisse war, dass das Gefühl, erfolgreich zu altern, entsteht, wenn es gelingt, die im Älterwerden schwindenden Fähigkeiten bewusst wahrzunehmen und darauf zu reagieren, indem sie sich auf weniger, aber ihnen besonders wichtige Dinge konzentrieren. Werden diese Dinge dann auch noch bewusst und häufig trainiert, steigt der Effekt. Und mit Unterstützungsstrategien (Kompensation) erreichen sie eine Optimierung.Als Beispiel dafür wird oft der Pianist Artur Rubinstein genannt. Er hat als 80-Jähriger noch erfolgreich Konzerte gegeben. Dabei hat er sich auf weniger, ihm besonders wichtige Stücke konzentriert. Diese hat er häufiger geübt. Und seine Kompensationsstrategie war bei schnellen Passagen, die er so nicht mehr spielen konnte, davor das Tempo zu verlangsamen.

Redaktion: Alfred Bläser – Hans-Rudolf Krause – Hubert Weis